02.10.2006

Weinheimer Nachrichten/Odenwälder Zeitung vom 02.10.2006

(Unveränderter Originaltext)

Gehalt- und schwungvolle musikalische Unterhaltung bot am Samstag der Konzertchor „acappella“ Odenwald in der Fürther TV-Halle. Gemeinsam mit einigen musikalischen Gästen nahm er die Zuhörer mit auf eine Reise durch Länder und Zeiten.

Sprachen und Zeiten gleichermaßen „beherrscht“

(cf) Wer von uns schon einmal ferne Länder bereist hat, für den sind andere Kulturen und Sitten nichts Ungewöhnliches. Schließlich macht man in dem fremden Land nicht selten unbewusst Erfahrungen mit neuen Gewohnheiten und Bräuchen.

In der Musik ist das oft nicht anders.

Jede Zeit hat ihre eigene Musikrichtung, welche von den verschiedenen Nationalitäten unterschiedlich interpretiert und wiedergegeben wird. Unter diesem Motto stand am Samstag das Konzert des Konzertchors „acappella“ Odenwald im Rahmen des Michaelismarktes in Fürth. Der Chor lud seine Gäste zu einer Reise durch Länder und Zeiten ein.

Musikalische Unterstützung bekamen die Sänger dabei vom „Wilhelmsfelder Singkreis“, dem zweiten Chor der Leiterin Ria Günther. Die musikalische Aufführung begann mit vier Madrigalen, die die europäische Chormusik um 1600 umfasste. Der Chor begeisterte schon hier sein Publikum mit dem fehlerfreien umsetzen fremdsprachiger Texten. Das Programm wurde anschließend mit einem reinen Instrumentalstück aus der Salonmusik fortgeführt.

Susanne Phieler spielte Violine und Stephanie Phieler-Gaidarow Viola, begleitet wurden sie von der Chorleiterin Ria Günther am Klavier. Der darauf folgende gesangliche Teil befasste sich mit typischer Folkloremusik. Hier reichte das Repertoire von alt bekannten Wiegenliedern bis hin zu „La Cucaracha“ aus Mexiko.

Besonderen Applaus bekam der Chor für „La Cucaracha“ von Seiten des Publikums, welches mit einer tänzerisch passenden Einlage von der gebürtigen Spanierin Maria Bühler-Rubio überrascht wurde. Bei den Boleras sevillanas hingegen begeisterten Christina Stein und Hans-Joachim Vetter die Anwesenden mit ihren Künsten als Solisten.

Darauf folgend wurde das Publikum wieder in die Welt der Salonmusik entführt. Während die ersten drei Stücke aus dieser Musikrichtung vom gleichen Ensemble wie beim ersten Mal gespielt wurden, wurden sie beim vierten Stück zusätzlich von Michael Feiertag am Kontrabass unterstützt, welcher bei „La Cucaracha“ zuvor den gesanglich solistischen Part übernommen hatte. Großen Beifall erntete auch der Liebeslieder-Walzer „Ungarischen Tanz“ von Johannes Brahms und „Wiener Blut“, instrumental eingeleitet. Im Mit Schlager und Popsongs folgte die Reise in die musikalische Neuzeit, vom Chor ebenso blenden beherrscht, wie „klassisches“ Material. Die Evergreens von Otto Groll rundeten schließlich einen gelungenen Abend ab.

Viele Besucher vom Samstag werden am 7. Oktober sicher ins Mörlenbacher Bürgerhaus kommen, wo sie den Konzertchor „acappella“ Odenwald erneut erleben können. An diesem Abend wird dort das 100-jährige Bestehen des Sängerkreises Weschnitztal/Überwald gefeiert.